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Nick Curly: „Mein Tech-House Sound hat genau den Nerv der Zeit getroffen”

Nick Curly / mat. prasowe

Nick Curly / mat. prasowe

Nick Curly, der housige Sohn Mannheims, DJ, Produzent und Betreiber der beiden Labels 8bit und Cécille erzählt mir in einem Interview – kurz vor seiner „TRUST-Nacht” im Smolna-Club in Warschau – über den Klang von Mannheim, die Glaubwürdigkeit des Untergrunds und seine Lieblings-Club-Klassiker und erklärt warum das ganze „Genre-denken” falsch ist.

Artur Wojtczak: Zwei grosse Namen der Club-Szene wie Du und Omar S. haben früher in einem Autowerk gearbeitet. Wann kam der Moment bei dem Du gedacht hast: ich mache Schluss damit und werde mich jetzt ausschliesslich der Musik widmen? War die Gründung von deinen 2 Labels 8bit und Cecille ein Anstoss dafür?

Nick Curly: Ich habe fast 10 Jahre bei Mercedes in Mannheim gearbeitet. Die letzten Jahre allerdings nur noch teilzeit. Manchmal war ich am Wochenende für einen Gig in Miami und musste Montag morgens um 6 Uhr wieder in der Firma anfangen.
Irgendwann als die Bookings immer mehr wurden und auch die Labels besser ankamen habe ich mich dazu entschlossen bei Mercedes aufzuhören und mich ganz auf die Musik zu konzentrieren. Ich habe es bis heute nicht bereut.

Deine Heimatstadt Mannheim ist eigentlich mehr bekannt für die Pop-Akademie und die souligen Hits von Xavier Naidoo und Söhne Mannheims. Doch seit Über 10 Jahren wird es doch vom „ Sound of Mannheim” geredet. Was ist für diesen Stil so charakteristich?

Nick Curly: Der Begriff „Sound of Mannheim” wurde damals von den Medien erfunden. Immer wieder wurde ich oder auch andere Produzenten wie Johnny D, Gorge oder Ray Okpara , die alle auch von hier kommen darauf angesprochen. Letztendlich haben wir nur unsere Musik die wir gut fanden produziert und released.

Ich denke wir haben damals mit unserem groovigen Tech-House Sound genau den Nerv der Zeit getroffen. Davor war ein längerer Minimal- Hype an dem sich die Leute satt gehört hatten. Da kamen wir mit unseren groovigen Tracks super an und man hat uns den Begriff „Mannheim Sound” nachgesagt, worüber wir uns natürlich sehr freuten.

Curly small

Ich habe auch gelesen, dass dieser Style die Tracks einer neuen Generation von Produzenten bezeichnet, die die traditionelle Kluft zwischen klassischer House-Musik und Techno nicht akzeptieren. Was sagst Du und deine älteren DJ-Kollegen wie z.B. Markus Fix dazu?

Nick Curly: Ja – wie ich schon in der letzten Antwort sagte war es der Sound von mehreren Leuten die aus unserer Region kamen. Markus Fix, der zwar nicht aus Mannheim kommt, allerdings einer der ersten Artists auf Cecille Records war, waren natürlich auch daran beteiligt.

Ich denke wir sind insgesammt eine Gruppe von DJ´s die sich nicht auf einen bestimmten Sound festlegen. Wir bewegen uns irgendwo zwischen House und Techno. Ich persönlich denke dass dieses ganze „Genre-denken” eher falsch ist.

Jeder Track hat eine andere Aussage und funktioniert zu einer bestimmten Uhrzeit oder Stimmung im Club . Ich denke da stimmen mir die anderen von hier auch zu.

Seit 2010 hat deine Musikkarierre enorm an Geschwindigkeit zugenommen: du warst Resident im legendären Space Club auf Ibiza , es kamen die Cocoon-Partys und Mix-Compilation „Party Animals” und über 100 Auftritte im Jahre 2014 weltweit. Du hast eigentlich mit allen berühmtesten Künstlern aufgelegt wie Jamie Jones, Maya Jane Coles, Guy Gerber. Hast Du noch Träume?

Nick Curly: Klar ich bin sehr dankbar wie meine letzten Jahre verlaufen sind. Dennoch arbeite ich fleissig weiter an neuen Tracks und versuche mich auch immer wieder neu zu erfinden.Gerade im Studio ist das wichtig denke ich.

Träume habe ich natürlich auch noch. Wenn ich eventuell irgendwann wieder eine Residency oder eventuell eine eigene Nacht mit meinen Trust Events auf Ibiza haben könnte wäre das auf jeden Fall ein Traum von mir.

Einer deiner Tracks hiess „Underground” (Defected Records) – war das eine Hymne an die House-Szene? Die Kredibilität des Untergrunds hast Du doch seit langem weltweit!

„Underground” ist ein Track von meinem Album „Between the Lines”. Auf diesem habe ich damals meine Housige Seite gezeigt. Das war mir auch wichtig, da ich persönlich zu Hause oder im Auto auch eher House und kein Techno höre. Ich habe das Album damals auch als dieses promotet. Techno liebe ich im Club .


Was können wir von Dir in der nahen Zukunft erwarten: neue Singles, Compilations ?

Nick Curly: Ich habe gerade heute meine nächste EP auf meinem Label 8Bit ins Presswerk gegeben.
Diese wird wohl im April released. Zudem habe ich einen Remix für Emanuel Satie auf Saved gemacht. Dies sind meine nächsten Veröffentlichungen. Ich werde aber in den nächsten Wochen ein paar mehr Tracks fertig stellen die über den Sommer verteilt auf anderen Labels erscheinen werden.

Was sind deine 3 absolut Lieblingsklassiker (House / Techno ), die Du immer wieder auflegst, weil die deinen Musikgeschmack geprägt haben und immer auf der Tanzfläche gut funktionieren?

Nick Curly: Dettman & Klock – Dawning – eine meiner Lieblings Techno Nummer, die super in den frühen Morgenstunden im Club funktioniert.

Mr G – Transient – Ein Masterpiece von Mr G, der Track hat eine besondere Stimmung , die mich immer wieder berührt.

Be Yourself – Celeda / Danny Tenaglia – Die Aussage der Vocals in diesem Track könnten nicht besser sein. Ich liebe dieses Stück.

Vielen Dank & liebe Grüße – sehen wir uns im Smolna-Club!

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